Alle Guten Dinge sind Drei

Zum dritten Mal wanderte die Alpen AG der St.-Anna Schule von Berchtesgaden nach Lienz. Dabei besuchten die Schülterinnen und Schüler auch die Elberfelder Hütte. Wir freuen uns, den Bericht der Alpen AG auch hier veröffentlichen zu können.

Alpen AG - St Anna Schule Elberfelder Hütte
Alpen AG – St Anna Schule Elberfelder Hütte

Grenzen erfahren, Verantwortung übernehmen, Stille erleben, Neuland betreten, Ängste überwinden, Erschöpfung aushalten, Zeit haben – ohne WLAN und ganz ohne Eltern. Nach ca. 124 Kilometern und anstrengenden ca. 13000 Höhenmeter haben es sieben Schülerinnen und acht Schüler der St.- Anna Schule am 05.09.2020 geschafft – das Ziel „Lienz“ war erreicht. Und wir hatten eine geniale Zeit!

Ab Oktober 2018 wurde geplant, gesammelt, gelernt (z. B. über alpine Gefahren) und natürlich gewandert, was jedoch zunächst etwas zu kurz kam, da erstmal die Finanzierung der Tour stehen musste –  hier unterstützte uns in diesem Jahr auch die Sektion Wuppertal tatkräftig, die für uns die Kosten der Übernachtung auf der Elberfelder Hütte übernahm. Zur Vorbereitung gehörte neben den wöchentlichen Treffen auch ein Outdoor Erste-Hilfe Kurs bei dem Bochumer Bergführer Rüdiger Edling und im Wuppertaler Rockstore wurden wir von Matthias bestens zu allen Ausrüstungsfragen nach Ladenschluss beraten.

Alpen AG - St Anna Schule Elberfelder Hütte
Alpen AG – St Anna Schule Elberfelder Hütte

Zehn Monate später, nach einigen kleineren und größeren Touren im bergischen Land über Pilger-, Panorama- und Feldwege und einer zweitägigen Probetour nach Wipperfürth auf der Schuhwerk und Ausrüstung nochmal getestet werden konnten, war es so weit.

Um alle gleich auf eine anstrengende Tour einzustimmen, ging es am 25.08 früh morgens zum Königsee, dort mit dem ersten Boot nach Salet und dann über den Röthsteig steil und ausgesetzt zur Wasseralm. Diese erste Hürde haben alle Schülerinnen und Schüler, wenn auch z. T. unter großen Anstrengungen, erfolgreich genommen, was uns Begleiter zuversichtlich stimmte. Auf der Wasseralm erwartete die Schülerinnen und Schüler nicht nur die weltberühmte „Gemüsesuppe“, sondern auch die erste Nacht im Lager, Zähneputzen im Freien und Hirschkühe, die zum Fenster hereinschauten.

Die nächste Tour ging zum Kärlingerhaus, wo wir zwei Tage verbrachten, weil wir für „Notfälle“ einen Ruhetag geplant hatten. Der (Un-)Ruhetag startete mit einer Tour zum Viehkogel (2158 m), nachmittags schwammen die Schüler im Funtensee und abends beobachteten wir  gemeinsam den Sonnenuntergang vom Feldkogel.

Alpen AG - St Anna Schule Elberfelder Hütte
Alpen AG – St Anna Schule Elberfelder Hütte

Anders als in den letzten Jahren wanderten wir über das Steinerne Meer nur bis zur Riemannhütte. Dort gab es den ersten Kaiserschmarren und auch sonst war die Verpflegung und der Aufenthalt vorzüglich, was besonders von unseren Jungen hervorgehoben wurde, die nach den ersten Tagen nun endlich doch mal wirklich „satt“ wurden. Die Österreicher wissen halt, was Hüttengäste glücklich macht. Für einige Schüler ging es nachmittags noch rauf zum Sommerstein, wo wir schon fast das Ziel Lienz, zumindest aber den Großglockner, in der Ferne sehen konnten.

Der steile, endlose Abstieg nach Maria Alm blieb uns am nächsten Tag jedoch nicht erspart, dafür belohnten sich die Schüler mit einem Lebensmittelgroßeinkauf bei Billa, sicher ist sicher. Von Maria Alm fuhren wir mit dem Bus nach Ferleiten und von dort ging es rauf zur Trauneralm. Die Trauneralm – an der Kaiserin Elisabeth Glocknerstraße – hat geschichtlich einiges zu bieten, denn hier scheint die Zeit stehen geblieben zu sein. Nach einer warmen Dusche und etlichen Runden „Uno“ ging jeder ins eigene Bett mit frischer Bettwäsche. Am nächsten Tag wollten wir früh los, denn für mittags waren Gewitter und Regen vorausgesagt. Morgens saßen allerdings nur die Mädchen beim Frühstück, die Jungs hatten verschlafen. Kein Problem, denn mit 15/16 Jahren steckt man voller Energie und so starte eine Gruppe mit Herrn Thüner zwar etwas später, überholte aber dann andere Wandergruppen, was neben viel Bewunderung auch Frustration bei einigen Teilnehmern der anderen Gruppen auslöste.

Alpen AG - St Anna Schule Elberfelder Hütte

Oben auf der Unteren Pfandlscharte (2663 m) angekommen, war das Wetter besser als erwartet, so dass eine kleine Gruppe noch einen Abstecher auf den 3027 m hohen Spielmann machte. Da Alkohol tabu ist, wurde – sehr lösungsorientiert – mit einer Stulle auf den Gipfelerfolg angestoßen. Am Glocknerhaus zeigte sich der Glockner in seiner vollen Größe. Der Rückgang der Pasterze wurde hier für die Schüler erfahrbar und ihre Betroffenheit beim Lesen der Infotafel war spürbar.

Nach einem ausgiebigen Frühstück ging es in Serpentinen rauf zur Stockerscharte und dann zur Salmhütte, um dort eine ausgiebige Mittagspause zu machen. Mit freiem Blick auf den Großglockner, pfeifenden Murmeltieren und riesigen Kaltblütern, beobachten wir die Heiligenbluter Bergführer beim Sortieren ihrer Ausrüstung, was bei einigen Schülern den Wunsch aufkommen ließ, dort auch mal ganz oben zu stehen. Das Tagesziel war allerdings nicht die Salmhütte, sondern die Glorerhütte, wo uns der Hüttenwirt Alfred wie immer freundlich empfing.

Am achten Tag unserer Alpenüberquerung ging es über den Eselsteig rauf zur Kesselkeesscharte, auf das Bösen Weibl (3119 m)  und runter zu Herbert Mayerhofer, Lucas und Jakob, der tollen Crew vom (T-)raumschiff „Elberfeld“, unserer Wuppertaler Enklave, die -bis auf den Regen- doch so gar nichts mit Wuppertal gemein hat. Hier verbrachten wir unseren zweiten Ruhetag, einen Regentag, den wir uns mit Topfenstrudel, Mohnkuchen und nepalesischem Eintopf versüßen ließen. Am Abend nahm Herbert uns mit in seine Welt als Bergführer und Hüttenwirt und zeigte uns Videos und Bilder vom Hüttenalltag, seinem „Sugar Mountain“ in Nepal, schwindelerregenden Klettereinen im Verdon bis hin zu Skitouren auf Grönland.

Alpen AG - St Anna Schule Elberfelder Hütte
Alpen AG – St Anna Schule Elberfelder Hütte

Das Wetter meint es gut mit uns am nächsten Tag und so geht es bei Sonnenschein über die Lienzerhütte zur Wangenitzseehütte. Die Schülerinnen und Schüler baden und mich friert es beim Zusehen. Ab jetzt geht es eigentlich nur noch bergab und den letzten Hüttenabend verbringen wir auf der Winkelner Alm, mit Wasserschlacht und Wiener Schnitzeln. Die letzte Etappe nach Lienz zieht sich und der Weg an der Drau entlang scheint kein Ende nehmen zu wollen, aber irgendwann ist es geschafft und auf dem Marktplatz wird das letzte Gruppenbild geschossen, bevor die Schülerinnen und Schüler in alle Richtungen ziehen und nach Pizza, Pommes und Co. Ausschau halten.

Ein besonderer Dank gilt allen Sponsoren, denn ohne eure Unterstützung wäre die Tour überhaupt nicht möglich, den ehemaligen Teilnehmerinnen Anika und Amelie, die uns auf der Tour tatkräftig unterstützt haben und natürlich der ganzen Gruppen – ihr ward ein tolles Team.

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